Erste großvolumige Wasserstoff-Pipeline in Lubmin befüllt
Lubmin. Im Industriehafen Lubmin wurde die erste großvolumige Wasserstoff-Pipeline Deutschlands mit Wasserstoff befüllt. Netzbetreiber GASCADE startete die Leitung, die von Lubmin bis nach Bobbau in Sachsen-Anhalt verläuft.
„Mit der Initialbefüllung setzen wir heute ein klares Signal: Mecklenburg-Vorpommern ist bereit für Wasserstoff – unsere Infrastruktur steht“, so Ines Jesse, Staatsekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit. „Damit bieten wir die besten Voraussetzungen für nachhaltige Wertschöpfung in unserem Land und schaffen die Grundlage für weitere Investitionen und industrielle Ansiedlungen. Das ist ein echter Standortvorteil. Lubmin wird zunehmend zu einem zentralen Energieknoten – als Energiehafen NordOst, als Importpunkt im Ostseeraum und als Standort für ein wachsendes Wasserstoff-Produktionscluster.“
Die Pipeline schafft die Voraussetzungen, künftig grünen Wasserstoff aus heimischer Produktion und aus Importen über den Ostseeraum zu transportieren. Damit stärkt das Vorhaben die Rolle Lubmins im Energiesystem des Landes und unterstützt die weitere Entwicklung des Industriehafens. Die Leitung HYOS ist zugleich Teil der Nord-Süd-Achse des künftigen Wasserstoff-Kernnetzes: Lubmin bildet dabei einen zentralen Startpunkt – als zukünftiger Import-, Produktions- und Offshore-Anlandungsknoten für Wasserstoff. Die Verbindung erschließt insbesondere die Industriestandorte in Brandenburg und Sachsen-Anhalt und wird schrittweise nach Ost- und Süddeutschland erweitert sowie mit weiteren Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes verbunden. GASCADE-Geschäftsführer Ulrich Benterbusch unterstreicht die technische Dimension und die resultierenden Chancen: „Mit der erfolgreichen Umstellung von 400 Kilometern Leitung stellen wir verlässlich großvolumige und zentrale Wasserstoff-Infrastruktur zur Verfügung. Die Umstellung bestehender Erdgasleitungen mit einem Durchmesser von 1,4 Metern auf Wasserstoff ist eine technische Pionierleistung. Dieses Projekt ist ein starkes Signal für die deutsche Wasserstoffwirtschaft und den Industriestandort Ostdeutschland.“
Nach der aktuellen Kernnetzplanung ist HYOS derzeit die einzige Verbindung des Landes mit dem übrigen Wasserstoff-Kernnetz – und damit ein entscheidendes Element, um erneuerbare Energie künftig in Form von Wasserstoff abzutransportieren. Das Land fördert die regionale Entwicklung des Energiehafens NordOst im Rahmen des Regionalbudgets 2024–2027.
Der Standort Lubmin wird gemeinsam mit der Initiative „EnergieHafen NordOst“ des Vereins Industrieparkentwicklung Lubmin e. V. (VIL) gezielt weiterentwickelt. Der Verein bündelt die Interessen der ansässigen Unternehmen, um die Standortinfrastruktur koordiniert auszubauen. Dazu zählen unter anderem die Erschließung gemeinsamer Synergien wie etwa bei Meerwasserversalzung oder Brandschutz, eine abgestimmte Bedarfsplanung bei Strom und Wasser sowie die gemeinsame Ansprache von Fördermöglichkeiten. Auch für die kommunale Wärmeversorgung in der Region kann das Projekt perspektivische Bedeutung haben.
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