
Ein Vibrotruck sendet über die Stempelplatte seismische Impulse in den Untergrund.
Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Geothermie
Schwerin. Bereits 2023 hat der Arbeitskreis Geothermie unter Federführung des Wirtschaftsministerium ein Grundlagenkonzept „MV – Modellregion der Erdwärmenutzung“ erarbeitet, das Eckpunkte für den Ausbau der Geothermie im Land enthält.
Als ein Baustein dieses Konzepts wurde eine Studie zur strategischen Wärmeplanung und zum flächendeckenden Ausbau der Geothermie in Mecklenburg-Vorpommern erstellt. Laut dieser Studie weisen 77 Gemeinden im Land ein hohes bis sehr hohes Potenzial für die mitteltiefe Geothermie auf. Diese Gemeinden repräsentieren rund 60 Prozent des aktuellen Wärmebedarfs in Mecklenburg-Vorpommern. Die mitteltiefe Geothermie birgt demnach enorme Potenziale für die klimaneutrale Transformation der Wärmeversorgung im Land. Im Rahmen des Sondervermögens des Bundes sind derzeit 50 Millionen Euro für eine Landesförderung zur Erschließung dieser Potenziale im Gespräch.
Die Geothermie ist ein zentraler Bestandteil der Wärmewende und trägt maßgeblich zur Erreichung der Klimaziele bei. Sie ermöglicht die CO₂-freie Gewinnung von Wärme und Energie – unabhängig von Wetter und Tageszeit. Bereits seit den 1980er-Jahren wird in Mecklenburg-Vorpommern Geothermie genutzt. Die erste mitteltiefe Anlage Deutschlands entstand 1984 in Waren (Müritz). Mit neuen Projekten – wie aktuell in Schwerin oder im Raum Usedom – will das Land die Nutzung der geothermischen Energie weiter ausbauen und die regionale Wärmeversorgung langfristig sichern.
Nun sucht das Land die Kooperation mit dem Nachbarland Polen. Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern in Polen verfügen über hervorragende geologische Voraussetzungen für die Nutzung dieser Energieform. Stargard Szczeciński und Pyrzyce gehören mit Geothermieanlagen seit 2005 beziehungsweise 1996 zu den Vorreitern der mitteltiefen Geothermie im polnischen Westpommern.
Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, sagt zur Zusammenarbeit: „Die Geothermie bietet enormes Potenzial für eine sichere und bezahlbare Wärmeversorgung. Sie macht uns unabhängig und steht für Versorgungssicherheit. Wenn wir Wissen, Technologien und Erfahrungen bündeln, schaffen wir einen echten Mehrwert.“
„Westpommern hat wie Mecklenburg-Vorpommern viel Erfahrung im Bereich der Geothermie. Davon können wir gemeinsam profitieren“, so Staatssekretärin Jesse weiter. „Unsere geologischen Voraussetzungen sind günstig. Deutschland und Polen können hier gemeinsam einen wegweisenden Beitrag leisten. Die Geologie endet nicht an Grenzen – sie verbindet! Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern haben die Chance, sich gemeinsam als Modellregion für nachhaltige Erdwärmenutzung in Europa zu positionieren.“
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