Barnim mit Erfolgen in der Wasserstoffwirtschaft
Bernau. Innovative Technologien – von der Wasserstofferzeugung über die Logistik bis hin zur Anwendung in den Zügen und Straßenfahrzeugen – sind im Landkreis Barnim parallel an den Start gegangen.
So hat die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) den Zugbetrieb auf der Strecke der Heidekrautbahn (RB27) auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge umgestellt. Im Zuge der Sektorenkopplung stellen die Barnimer Busgesellschaft sowie die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft, beides Unternehmen im Eigentum des Landkreises Barnim ihre Busse bzw. Abfallsammelfahrzeuge sukzessive auf Wasserstoffbetrieb um und werden auch eine eigene Tankinfrastruktur vorhalten. Zudem wird der für dieses integrierte Sektorenkopplungsvorhaben benötigte Wasserstoff zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen und regional erzeugt werden. Bereitgestellt wird der Wasserstoff über die in Basdorf errichtete Tankstelleninfrastruktur. Um einen reibungslosen Betrieb der Fahrzeuge auf der Schiene und der Straße zu gewährleisten, werden zudem Werkstätten umgerüstet und ergänzt. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben H2BAR belaufen sich auf rund 116 Millionen Euro. Über Richtlinien des Bundes wird das Vorhaben mit rund 25,3 Millionen Euro unterstützt. Hinzu kommt eine Landes-Kofinanzierung über den Zukunftsinvestitionsfond (ZIFoG) in Höhe von rund 21,4 Millionen Euro.
Einer der Player sind die Kreiswerke Barnim. „Mit aktuell acht wasserstoffbetriebenen Abfallsammelfahrzeugen im Einsatz leisten wir bereits seit 2023 einen aktiven Beitrag zur emissionsarmen Abfallwirtschaft. Umso mehr freut es uns, dass mit der Errichtung der Wasserstofftankstelle in Bernau, Albertshof nun auch die notwendige Infrastruktur in der Region weiter ausgebaut wird“, so Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke Barnim GmbH.
Sebastian Achtermann, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn, ergänzt: „Vor über einem Jahr konnten wir die Heidekrautbahn noch klimafreundlicher machen, indem wir vom Diesel auf den Betrieb mit insgesamt sieben Wasserstoffzügen umgestellt haben. Mit unseren Partnern aus dem Projekt H2BAR ist es uns gelungen, die Attraktivität des Regionalverkehrs in der Region weiter zu steigern: moderne, leise Züge mit einer zeitgemäßen Ausstattung und als „Abgas“ statt Feinstaub und CO2 lediglich Wasserdampf. Das bringt nicht nur die Klimaziele des Landes voran, sondern auch die Gemeinden und die großartige Natur unserer Heimatregion entlang der „Wasserstoffschiene Heidekrautbahn. Der Erfolg dieses Projektes dürfte deutschlandweit Signalwirkung über Brandenburg hinaus haben.“
„Unsere Region hat sich seit Jahrzehnten konsequent den erneuerbaren Energien verschrieben. Mit dem Aufbau einer durchgängigen Wasserstoff-Wertschöpfungskette haben wir ein neues Kapitel dieser Erfolgsgeschichte aufgeschlagen. Grüner Wasserstoff verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlicher Stärke. Besonders wichtig ist uns dabei der regionale Ansatz: Erzeugung, Transport und Nutzung greifen hier vor Ort ineinander. Damit schaffen wir Planungssicherheit für Unternehmen, fördern Innovationen, sichern zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region und machen uns unabhängiger von fossilen Energieimporten. Wasserstoff ist kein Zukunftsversprechen mehr – er wird hier Realität. Gemeinsam mit Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft gestalten wir aktiv die Energiewende und zeigen, wie eine klimaneutrale, resiliente und wettbewerbsfähige Energieversorgung gelingen kann“, zeigt sich der Barnimer Landrat Daniel Kurth stolz auf das Erreichte.
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