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Unternehmensnachfolge im Berliner Südwesten

Published On: 11. Februar 2026Tags: , ,

Berlin. Beim RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwesten stand das Thema Unternehmensnachfolge im Mittelpunkt. Unternehmer und die Nachfolgezentrale Berlin berichteten über ihre Erfahrungen. 

Eingeladen hatte die Dosch Messapparate GmbH. Geschäftsführer Sven Dosch leitet das über 90 Jahre alte Familienunternehmen vor, das hochpräzise Instrumente und Bauteile für Differenzdruckmessungen entwickelt und weltweit vertreibt. Sven Dosch übernahm das Unternehmen innerhalb der Familie. „Mir war bewusst, dass ich als Geschäftsführer aufgrund meiner anderen Qualifikation auch einen anderen Job als mein Vater im Unternehmen machen würde“, erklärte er. Für ihn entscheidend ist, dass alle im Unternehmen mitziehen: „Es geht immer um Personen, die den Wechsel von alt zu neu mittragen müssen.“

Wolfgang Priedemann ging einen anderen Weg. Der ehemalige Inhaber der international tätigen Priedemann Fassadenberatung GmbH übergab sein Unternehmen an zwei langjährige Führungskräfte im Rahmen eines Management-Buy-outs. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wichtigste Gut eines Unternehmens“, betonte er. Die Nachfolge sollte so frühzeitig vorbereitet werden, damit Kandidatinnen und Kandidaten im Unternehmen „heranreifen“ können. Besonders wichtig sei dabei der Erhalt der Unternehmenskultur: „Die Unternehmenskultur ist ein immenser Wert, der bei einer Übergabe unbedingt geschützt werden muss.“ Sein Fazit: „Das Know-how der Personen ist wichtiger als das Geld!“.

Timur Türel Sastimdur stellte das kostenfreie Beratungsangebot der Nachfolgezentrale Berlin vor, einem Gemeinschaftsprojekt der Bürgschaftsbank Berlin, der Handwerkskammer Berlin und der Industrie- und Handelskammer Berlin. Bundesweit stünden durchschnittlich 52 von 1.000 Unternehmen zur Übergabe an. Während es bundesweit mehr übergabebereite Unternehmen als Interessierte gebe, sei das Verhältnis in Berlin umgekehrt.

„Unternehmensübergaben sind immer ein sehr individueller Prozess, der auch sehr individuell motiviert ist“, so Sastimdur. Ziel der Beratung sei es, Transparenz zu schaffen, wirtschaftliche Kennzahlen aufzubereiten und passgenaue Matchings zwischen Anbietenden und Nachfolgeinteressierten zu ermöglichen.

 

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