CopyrightThomas Ziegler : Stadt Halle (Saale),

Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt

„Wir wollen ein Cluster für Biotech und Pharmaindustrie werden“

Halle (Saale). Der Oberbürgermeister von Halle (Saale) Dr. Alexander Vogt im Kurzinterview mit dem Redaktionsnetzwerk Ost zu der Entscheidung von Novartis für einen Produktionsstandort in der Saalestadt. 

Redaktionsnetzwerk Ost: Herr Dr. Vogt, welche Rolle spielt die Gesundheitswirtschaft bisher als Wirtschaftsfaktor in Halle (Saale)?

Dr. Alexander Vogt: Wir haben in Halle zum einen natürlich die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit ihrer Medizinischen Fakultät. Dazu sind wichtige Unternehmen der Branche hier tätig, etwa seit 2014 die Wacker Biotech GmbH als bedeutender Hersteller von Biopharmaka sowie die SONOTEC GmbH als führendes Unternehmen in der Ultraschallmesstechnik. Hinzu kommt der Technologiepark Weinberg Campus mit seinen rund 6. 000 Mitarbeitenden als Ort der Forschung und kreativer Start-Up-Unternehmen. Im Technologiepark haben sich mehrere Unternehmen in den Branchen Live science und Medizintechnologie ausgegründet und angesiedelt. Wir hoffen, dass dies alles zu einem Cluster in der Biotechnologie und Pharmaindustrie zusammenwachsen wird und sich weitere Unternehmen ansiedeln werden. Novartis ist dabei ein wichtiger Baustein für dieses Cluster. 

Redaktionsnetzwerk Ost:  Was hat aus Ihrer Sicht für Novartis den Ausschlag gegeben, sich für Halle zu entscheiden?

Dr. Alexander Vogt: Da ist zum einen unsere zentrale Lage zwischen wichtigen Wirtschaftsstandorten wie Berlin und Leipzig. Für Halle spricht auch die bereits vorhandene Infrastruktur mit der Universität, dem Universitätsklinikum und dem Technologiepark Weinberg Campus. Auch die kurzen politischen Entscheidungswege sowie die Bereitstellung direkter Ansprechpartner für Investoren in unserer halleschen Stadtverwaltung und in Sachsen-Anhalt haben eine wichtige Rolle gespielt.

Redaktionsnetzwerk Ost: Wo in Halle wird sich Novartis niederlassen?

Dr. Alexander Vogt: Im Gewerbegebiet Halle-Neustadt in der Weststraße. Partner am Standort ist die Gollmann Kommissionierungssysteme GmbH, in deren Halle Novartis seine Flächen beziehen wird. 

Redaktionsnetzwerk Ost: Ihr wirtschaftliches Ziel sind Ansiedlungen mit hoher Wertschöpfung in Halle. Das hat auch mit den verfügbaren Gewerbeflächen in der Stadt zu tun. Warum?

Dr. Alexander Vogt: Halle ist die drittdichtbesiedelste Stadt Ostdeutschlands nach Berlin und Leipzig. Wir haben anders als andere Kommunen in Deutschland seit 1950 keine Eingemeindungen mehr vorgenommen. Deshalb stehen uns nur begrenzt Flächen für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, auf den vorhandenen Flächen Produktionsunternehmen mit einer hohen Wertschöpfung anzusiedeln. Gelingt dies, kann Halle (Saale) insbesondere wirtschaftlich und nicht zuletzt als Standort mit entsprechendem Image besonders profitieren.

Das Gespräch führte Matthias Salm

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