BTU Cottbus–Senftenberg Copyright. BTU Cottbus–Senftenberg

Energie-Innovationszentrum geht in zweite Förderphase

Published On: 14. Oktober 2026Tags: , ,

Cottbus. Aus Forschung sollen Technologien, Unter­neh­men und Arbeitsplätze entstehen: Mit diesem Anspruch startet das Energie-Innovationszentrum (EIZ) der BTU Cottbus-Senf­ten­berg in seine zweite fünfjährige Förderphase. 

Das Bun­des­mi­ni­sterium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat dafür Förderbescheide über rund 50 Millionen Euro erteilt, die zwei Stränge stützen. Das EIZ baut seine exzellente Grund­lagen­for­schung weiter aus und etabliert sich als international sichtbares For­schungszentrum für sektorengekoppelte Energiesysteme. Zugleich inten­siviert es den Transfer marktfähiger Produkte und Technologien in die Anwendung.

Strom, Wärme und Verkehr wachsen zunehmend zusammen. Seit der Gründung 2022 erforschen mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus über 20 Nationen in fünf eng vernetzten Laboren, wie sich diese Sektoren intelligent koppeln lassen – etwa um überschüssigen Wind- und Solarstrom zum Heizen, zum Laden von Elektrofahrzeugen oder zur Herstellung von Wasserstoff zu nutzen, statt ihn abzuregeln. Die Laborinfrastruktur konnte in der ersten Förderphase dank einer Förderung des Landes Brandenburg durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) aufgebaut werden. In der zweiten Phase kommt neben der Forschung die Überführung in den Markt hinzu: Gemeinsam mit 19 Partnereinrichtungen aus der regionalen und nationalen Energiewirtschaft entwickelt das EIZ Demonstratoren und marktfähige Lösungen für die Lausitz.

Daran forscht das EIZ in der zweiten Phase unter anderem:

  • Wasserstoff: Ein Elektrolyseur ohne teure Edelmetalle wird von 5 auf 20 Kilowatt skaliert und erstmals unter maritimen Bedingungen erprobt – ein Schritt von der Laborskala zur praxistauglichen Technologie.
  • Netzsicherheit: Neue Regelungsverfahren sollen auch bei hohem Anteil an Wind- und Solarstrom einen stabilen Netzbetrieb und im Ernstfall einen schnellen Wiederaufbau ermöglichen.
  • Marktintegration erneuerbarer Energien: Weil ein wachsender Anteil an Sonnen- und Windstrom immer häufiger zu negativen Strompreisen führt, untersucht das EIZ, wie Marktregeln und Netzentgelte angepasst werden müssten, um solche Kosten zu verringern.
  • Klimafreundliches Heizen: Vernetzte Wärmepumpen und Fernwärmenetze sollen zeigen, wie Wärmeversorgung klimafreundlich und zugleich zuverlässig gelingt.
  • Akzeptanz vor Ort: Das EIZ untersucht, unter welchen Bedingungen Menschen neue Energieanlagen in ihrer Nachbarschaft mittragen – eine Voraussetzung dafür, dass Technologien in der Region tatsächlich ankommen.

Die Lausitz ist als Kohleregion besonders stark vom Strukturwandel betroffen. Genau hier setzt das EIZ an: Aus Forschung werden gezielt neue, gut bezahlte Jobs in Wissenschaft und Technik. Fachkräfte bleiben in der Region oder kommen neu hierher. Allein in den ersten vier Jahren sind so bereits über 90 neue Vollzeitstellen am Zentrum entstanden.

Eine zentrale Rolle übernimmt die Transfer- und Gründungsinitiative EIZ SPARK. Sie unterstützt Forschende und Gründungsinteressierte dabei, Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen und Geschäftsmodelle zu überführen, etwa in Lademanagementlösungen für Elektrofahrzeuge oder containerisierte Anlagen zur Herstellung von grünem Methanol.

Getragen wird das EIZ von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Mit an Bord sind in der neuen Projektphase 19 Partner aus Wirtschaft und Forschung – von jungen Start-ups über mittelständische Firmen bis zu großen Namen wie 50Hertz, LEAG oder die EWE Netz GmbH. Sie beteiligen sich mit eigenen Mitteln von zusammen rund 4,7 Millionen Euro an dem Projekt. Eingebettet ist das EIZ zudem in den entstehenden Lausitz Science Park, wo es gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (Fh-IEG) den Bereich Energiesysteme verantwortet.

Das Energie-Innovationszentrum (EIZ) an der BTU Cottbus-Senftenberg forscht daran, wie Strom, Wärme und Verkehr in Zukunft klimafreundlich zusammenspielen. Ziel ist es, die Lausitz zu einer Modellregion für die Energiewende zu machen – mit sichtbaren Ergebnissen für Wissenschaft, Wirtschaft und die Menschen vor Ort.

Konsortialpartner:
50Hertz Transmission GmbH, ASCORI GmbH & Co. KG, BTU EVU Rechenzentrum GmbH, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), CEMEX Deutschland AG, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), dida Datenschmiede GmbH, EWE NETZ GmbH, F&S PROZESSAUTOMATION GmbH, FIFTY2 Technology GmbH, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., GICON-Großmann Ingenieur Consult GmbH, ITPower Solutions GmbH, LEAG GmbH, LEPOSOL GmbH, LOGE Deutschland GmbH, SAILWINT GmbH, TAL Technische Akademie Lausitz GbR, uesa GmbH.

Mail Icon

Newsletter

Immer die neuesten Nachrichten im Postfach.