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Die Preisträger von links nach rechts: Nico Richter, Jan Ferdinand Horneck, Emily Kutz.

Der Nachwuchs setzt Impulse für die Lebensmittelbranche

Published On: 1. Oktober 2026Tags: ,

Erfurt. Im Rahmen des Nachwuchsforums zum 10. Mitteldeutschen Ernährungsgipfel wurden drei herausragende Abschlussarbeiten für die Lebensmittelbranche mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. 

Die Initiative, getragen von den Netzwerken der mitteldeutschen Ernährungswirtschaft und der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), würdigte bereits zum fünften Mal den Nachwuchs der Branche.

Mit dem Nachwuchspreis des 10. Mitteldeutschen Ernährungsgipfels 2026 wurden ausgezeichnet:
• Emily Kutz, B. Sc. (Duale Hochschule Sachsen, Staatliche Studienakademie Plauen): Photometrische Bestimmung der Peroxidzahl zur Bewertung des Alterungsprozesses von teigummantelten Erdnüssen
In Lebensmittelbetrieben wird die Kontrolle der Qualität immer wichtiger. Dafür werden schnelle und zuverlässige Testmethoden gebraucht. Während die Haltbarkeit bisher vor allem durch sensorische Tests und aufwändige nasschemische Analysen bestimmt wurde, bestätigt die Arbeit die photometrische Schnellmethode als zuverlässige und zeitsparende Alternative. Sie ermöglicht eine deutlich vereinfachte Probenvorbereitung, reduziert den Chemikalienverbrauch und den Schulungsaufwand für das Personal. Zudem liefert sie auch bei komplexen Proben verlässliche Werte. Die Arbeit bietet somit großes Transferpotential und unterstützt eine praxisorientierte, ressourcenschonende Weiterentwicklung der Qualitätskontrolle.

• Nico Richter, B. Eng. (Hochschule Mittweida): Einführung KI-gestützter Bestellsoftware im filialisierten Lebensmitteleinzelhandel – Chancen, Herausforderungen und Akzeptanz am Beispiel der Unternehmensgruppe »RICHTER Erzgebirge«
Die Arbeit zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) Bestellprozesse im Lebensmitteleinzelhandel verbessern kann. Damit können Fehl- oder Übermengen reduziert, Mitarbeiter unterstützt und Betriebsergebnisse verbessert werden. Wichtig ist, dass die Abläufe klar strukturiert sind, die Datenqualität stimmt und die Mitarbeiter die neue Technik akzeptieren. Für die Einführung werden drei Schritte empfohlen: Im ersten Schritt wird die Daten- und Prozessreife hergestellt, dann wird die KI mit definierten KPIs in einer Testfiliale ausprobiert, und danach Schritt für Schritt im gesamten Filialnetz und Unternehmen eingeführt. Die Ergebnisse liefern eine direkte Entscheidungsgrundlage für KMU und zeigen, wie KI-basierte Bedarfsprognosen Effizienz, Frische und Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel fördern können.

• Jan Ferdinand Horneck, Dipl.-Lebensmittelchemiker (TU Dresden): Seleninduzierte Fehlaromen in Bier
Selen gilt als wichtiges Spurenelement, dessen gezielte Anreicherung in Lebensmitteln an Bedeutung gewinnt. Die Arbeit untersucht am Beispiel Bier sowohl sensorische als auch technologische Herausforderungen, die die Selenanreicherung in fermentierten Lebensmitteln mit sich bringt. Die Ergebnisse zeigen, dass Selen je nach Hefestamm und Herstellungsverfahren die Fermentation beeinflusst und zu unerwünschten Fehlaromen führen kann. Die Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse zur Balance zwischen ernährungsphysiologischem Mehrwert, Produktqualität und Prozessstabilität und empfiehlt produktspezifische Prüfungen bei der Entwicklung selenangereicherter Lebensmittel. Die angewandte Methodik bietet zudem ein hohes Transferpotential für die Bewertung funktioneller Zusatzstoffe in weiteren fermentierten Lebensmitteln und unterstützt so die Entwicklung innovativer, funktioneller Produkte in der Lebensmittelindustrie.

Der Mitteldeutsche Ernährungsgipfel ist der zentrale Branchentermin der Ernährungswirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auf der von den Ernährungsnetzwerken der drei Länder ausgerichteten Veranstaltung treffen sich Entscheider aus dem produzierenden Lebensmittelgewerbe mit Vertretern aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandel, Wissenschaft und Forschung sowie Dienstleistern der Branche zum Austausch über aktuelle Themen der Ernährungswirtschaft.

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