EVONIK will Werk in Bitterfeld schließen
Essen/Bitterfeld-Wolfen. Evonik plant, zwei kleinere Standorte in seinem deutschen Produktions- und Technologienetz im kommenden Jahr zu schließen. Dazu zählt auch das Werk in Bitterfeld. Es soll Ende April 2027 geschlossen werden.
Am Standort Hamburg arbeiten derzeit rund 50 Beschäftigte im Bereich Kosmetik- und Pflegeprodukte. In Bitterfeld sind rund 40 Mitarbeiter in der Produktion von Chlorsilanen beschäftigt. Die an den Standorten betriebenen Geschäfte werden weitergeführt und im Wesentlichen an größeren Standorten in Deutschland konzentriert. Für die Beschäftigten werden in den kommenden Monaten in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern möglichst sozialverträgliche Lösungen erarbeitet.
„Wir verfügen über starke Geschäfte, die den Bedarf unserer Kunden an hochwertigen Produkten erfolgreich bedienen“, sagt Claus Rettig, Interims-Vorstandsvorsitzender von Evonik. „Gleichzeitig sind unsere Produktions-, Verwaltungs- und Laborstrukturen in einigen Bereichen zu stark fragmentiert. Das führt zu unnötig hohen Kosten und schwächt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb müssen wir Evonik auch räumlich stärker bündeln und unsere Strukturen gezielt konzentrieren, um effizienter zu arbeiten, Innovationen schneller voranzutreiben und so unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“
Der Standort Bitterfeld soll Ende April 2027 geschlossen werden. Hintergrund sind hier die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen für hochreines Siliciumtetrachlorid, unter anderem durch ein steigendes Angebot aus Asien und zunehmenden Wettbewerbsdruck. Zugleich ist die Auslastung der Anlagen seit längerem nicht ausreichend, um einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen. Verschiedene Zukunftsoptionen wie alternative Betriebskonzepte, eine Reduzierung der Kapazitäten, eine vorübergehende Außerbetriebnahme sowie Verkaufsszenarien wurden geprüft. Sie waren allesamt nicht zielführend für eine langfristig tragfähige wirtschaftliche Perspektive.
„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Wir wissen um die Bedeutung des Standorts für unsere Beschäftigten und die Region. Zugleich sind wir verpflichtet, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unseres Geschäfts sicherzustellen“, sagt Emmanuel Auer, Leiter der Business Line Smart Effects, zu der das Chlorsilane-Geschäft gehört. Die Versorgung der Kunden bleibt sichergestellt. Evonik gewährleistet die Belieferung vor allem über den Standort Rheinfelden in Süddeutschland.
Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen in Hamburg und Bitterfeld wird das weitere Vorgehen beraten. „Für uns steht der verantwortungsvolle Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen von Evonik an erster Stelle, auch wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen“, sagt Hussin EL Moussaoui, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. „Deshalb ist es uns wichtig, die notwendigen Veränderungen frühzeitig und transparent zu kommunizieren. Das schafft Klarheit und gibt uns die notwendige Zeit, gemeinsam tragfähige und sozialverträgliche Lösungen für alle Betroffenen zu erarbeiten.“
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