Abbruch und Aufbruch in Jänschwalde
Jänschwalde. Mit der Sprengung der Abraumförderbrücke (F60) im Tagebau Jänschwalde ist nach mehr als 45 Jahren Betriebszeit ein Kapitel Lausitzer Bergbaugeschichte zu Ende gegangen. Der Standort ist im Wandel.
Die Abraumförderbrücke wurde Anfang 2024 außer Betrieb genommen und ist nun gesprengt worden. Etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdmasse hat sie seit Mitte der 1970er Jahre bewegt. Bereits Mitte Dezember waren zwei Bagger vom Typ Es 3750 sowie eine an der F60 angeschlossene Zubringerbrücke gesprengt worden. Die Demontage und Verschrottung aller Tagebaugeräte wird sich noch bis Herbst hinziehen.
Bereits zum Ende diesen Jahres geht mit Block A des Kraftwerks Jänschwalde der nächste 500-MW-Block in die zeitlich gestreckte Stilllegung. Damit verringert sich die am Markt verfügbare Leistung von derzeit 2.000 auf dann 1.500 MW. Block A ging am 1. Oktober 1981 als erster von insgesamt sechs Kraftwerksblöcken in Betrieb. Mehr als vierzig Jahre deckte er den Strombedarf von Millionen Haushalten. Während seiner Betriebszeit wurde er mit modernster Umwelt- und Turbinentechnik zur effektiven Emissionssenkung nachgerüstet. Der gesetzlich festgelegte Termin zur Stilllegung des Kraftwerks Jänschwalde ist auf 31. Dezember 2028 datiert.
In Jänschwalde werden künftig Seen, Wald, Landwirtschaft und Erneuerbare Energien in Kombination mit Großspeichern das Bild prägen. Es entstehen die drei Bergbaufolgeseen Heinersbrücker See, Jänschwalder See und Taubendorfer See. Dazu wird der Baustart des größten deutschen Batteriespeichers GigaBattery 1000 LEAG im zweiten Quartal 2026 beginnen. In diesem Jahr wird der Bau des 105-MW-Windpark Forst Briesnig II und der erste 130-MW-Abschnitt des Solarparks Bohrau abgeschlossen werden. Der 31-MW-Solarpark Deponie Jänschwalde konnte bereits im vergangenen Jahr in Betrieb genommen werden. Die GigawattFactory ist das übergreifende Konzept, mit dem die LEAG in der Lausitz eine neue Energieinfrastruktur im Gigawattmaßstab aufbaut – basierend auf Windkraft, Solarenergie, Stromspeichern und flexiblen Gaskraftwerken.
Mit dem Ende der Braunkohlenverstromung am Standort Jänschwalde wird auch die Fernwärmelieferung für die Städte Cottbus und Peitz neu ausgerichtet. Für eine braunkohleunabhängige Fernwärmeversorgung sollen Gespräche für zukunftsorientierte Lösungen mit den jeweiligen Vertragspartnern, der Heizkraftwerksgesellschaft Cottbus mbH für Cottbus und der enviaTherm für Peitz geführt werden.
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