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Sachsen-Anhalt tischt auf: Grüne Woche im Fokus

Magdeburg. „Die Grüne Woche ist die Top-Messe für Sachsen-Anhalt“, sagt der Wirtschaftsminister des Landes Sven Schulze. Kein Wunder: Die Ernährungsbranche sichert 22.000 Arbeitsplätze im Land. 

Von Matthias Salm

Während andere Bundesländer bei ihrem Messeauftritt in diesem Jahr knausern, nutzt Sachsen-Anhalt die Grüne Woche zur Leistungsschau der heimischen Ernährungsindustrie. Das hat gute Gründe: Mit 8,7 Milliarden Euro Umsatz ist die Ernährungswirtschaft neben der Chemischen Industrie das wirtschaftliche Rückgrat des Landes: Nummer Eins bei den Beschäftigtenzahlen und Nummer Zwei beim Umsatz. 

Deshalb fährt Sachsen-Anhalt bei der diesjährigen Grünen Woche groß auf. In der Sachsen-Anhalt-Halle werden auf 2.000 Quadratmeter die Rekordzahl von 106 Ausstellern zu sehen sein. Offizielles Partnerland der Messe in diesem Jahr ist zwar Mecklenburg-Vorpommern, aber die Aussteller aus dem Land zwischen Elbe und Saale sind traditionell beliebt bei den rund 300.000 Besuchern der Grünen Woche. Im letzten Jahr, berichtet Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Schulze, gingen 10.000 Bratwürste, 5.000 Liter Bier und 1.600 Kilogramm Baumkuchen in der Sachsen-Anhalt-Halle über die Theken. 

„Mittlerweile haben wir keine Probleme mehr, Aussteller zu finden“, zeigt sich Schulze positiv überrascht. Dafür investiert das Land 700.000 Euro in den Messeauftritt. Davon soll auch der Tourismus im Land profitieren. „Wir streben zehn Millionen Übernachtungen an“, sagt Schulze. „Da spielt Kulinarik ein große Rolle, um Touristen ins Land zu locken.“

Die Grüne Woche feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Da passt es, dass auch einige Traditionsmarken aus Sachsen-Anhalt runde Geburtstage begehen. Rotkäppchen feiert 170 Jahre Sekttradition mit einer Freezebar, alkoholfreien Dry-January-Variationen und den 70er Jahre Kult Mocca Perle. Das Knusperbrot Filinchen der Weißenfelser Handels-Gesellschaft wird 70 Jahre alt. Die Wikana Keks und Nahrungsmittel GmbH aus der Lutherstadt Wittenberg schließlich stellt den Pittiplatsch Knusperkeks und andere Kekse vor. 120 Jahre wird die Keksfabrik in diesem Jahr. Zwar kein Jubiläum, aber ein Klassiker unter den Ausstellern auch in diesem Jahr: die Backwaren von Kathi. 

Für die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut bietet die Grüne Woche Gelegenheit, die Weine des Jahrgangs 2025 auszuschenken. Das Landesweingut Kloster Pforta rückt in diesem Jahr die Silvaner Rebsorte ins Rampenlicht. 

Halberstädter Würstchen haben erstmals ein Bio-Portfolio nach strengen Tierwohl-Kriterien und ein Geflügelsortiment im Gepäck. Ebenfalls aus dem Harz präsentieren sich ab dem 17. Januar Keunecke Feinkost, ein Familienbetrieb aus Ballenstedt, und der Konditormeister Michael Wiecker aus Wernigerode. 

Einen ganz besonderen Auftritt lässt die Welterberegion Anhalt-Dessau-Wittenberg erwarten. Sie wirbt für Bernburg als Gastgeber des Sachsen-Anhalt-Tags und die Welterbestätten unter anderem mit einem Bauhaus-Jubiläumsbier. Weitere regionale Präsentationen zeigen die Altmark, die Regionen Mansfeld-Südharz/Eisleben, Elbe-Börde-Heide und der Saalekreis.

Die Hochschule Anhalt stellt neun Forschungsprojekte vor, darunter Algen-Smoothies und Algen-Eis. Aber auch ein historisches Germanenbier aus der hochschuleigenen Forschungs- und Lehrbrauerei.

Auch politisch wirft die Messe ein Schlaglicht. Denn aktuellen Planungen zufolge will  Ministerpräsident Reiner Haseloff schon Ende Januar sein Amt an Wirtschaftsminister Sven Schulze übergeben, um diesem Rückenwind als Spitzenkandidat für die Landtagswahl zu leisten. Beide werden auf der Grünen Woche den Sachsen-Anhalt-Tag am 19. Januar eröffnen. Es ist unter Umständen einer der letzten gemeinsamen Auftritte vor dem Machtwechsel. 

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