MV und Sachsen bei Fusionsallianz der Länder dabei
München. Sechs Bundesländer bündeln ihre Forschungs- und Entwicklungskompetenzen im Bereich der Kernfusion. Mit dabei: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Das Ziel der Allianz: Der Bau eines kommerziell genutzten Fusionsreaktors.
In der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München haben Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sowie Energieminister Hubert Aiwanger, Sachsens Wissenschaftsstaatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann, Wissenschaftsstaatsrätin Dr. Eva Gümbel aus Hamburg, Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels, Wissenschaftsministerin Bettina Martin aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Wissenschaftsstaatssekretär Guido Wendt aus Schleswig-Holstein ein Eckpunktepapier zur engen Zusammenarbeit unterzeichnet und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die sechs Länder haben auf diesem Zukunftsfeld seit Jahren jeweils erhebliche Vorleistungen erbracht. Sie sollen jetzt gebündelt, vernetzt und nochmals erheblich ausgeweitet werden. Dazu wurde eine enge Abstimmung der Partner untereinander und gegenseitige Unterstützung vereinbart, auch mit Blick auf die Hightech Agenda Deutschland und den Aktionsplan Fusion des Bundes.
Zu den Vorhaben gehören u.a. eine verbesserte Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern auf dem Gebiet der Fusionsforschung, eine Vernetzung in der Fusionsforschung zum Beispiel durch landesübergreifende Master- und Graduiertenstudiengänge und Workshops, die gemeinsame Nutzung bereits bestehender Forschungsinfrastrukturen, der gegenseitige Zugang zu den Einrichtungen der Partner sowie für Unternehmen, eine Zusammenarbeit mit der Zulieferindustrie, die schon beim Aufbau der existierenden Forschungsanlagen ihr technologisches Know-how unter Beweis gestellt hat, und Kooperationen mit europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
In Sachsen gelten insbesondere das Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) auf dem Gebiet der Hochenergiedichte und der laserinduzierten Fusion sowie das HZDR-Institut Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) bei der Simulation von Fusionsprozessen als zentrale Einrichtungen der Fusionsforschung. So wurde etwa das sächsische Netzwerk SAXFUSION gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus der Taufe gehoben. Netzwerke wie SAXFUSION sind Katalysatoren für beschleunigten Transfer, also vom Erkenntnisgewinn über die Technologieentwicklung bis hin zur Umsetzung
Derzeit entsteht am HZDR eine neue Forschungsplattform zur Entwicklung leistungsfähiger Lasersysteme. Das eröffnet neue Kooperationsperspektiven insbesondere mit der Exzellenzuniversität TU Dresden im Bereich der Strahlenquellen. Neben dem Schwerpunkt Strahlenquellen liegen in Bezug auf die Fusion insgesamt die Stärken des Freistaates Sachsen insbesondere in den Bereichen Anlagen, Materialien und Simulation. CASUS in Görlitz entwickelt u.a. Simulationstools für die Laserfusion.
Mecklenburg-Vorpommern bringt in beiden erfolgsversprechenden Technologiebereichen der Kernfusion, dem Magneteinschluss sowie der Laserfusion, wissenschaftliche Kompetenz ein und ist somit mit zwei Forschungsschwerpunkten starker Partner in der Forschungsallianz:
In Greifswald steht mit der Magnetfusion-Forschungsanlage Wendelstein 7-X am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) der weltweit führende Stellerator. Diese Forschung wird in Zusammenarbeit mit dem Bund und dem Freistaat Bayern geleistet.
Auch in der Laserfusion, die aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse als zweite vielversprechende Technologie zunehmend in den Fokus rückt, baut Mecklenburg-Vorpommern Kompetenzen auf. An der traditionell im Bereich Physik sehr starken Universität Rostock soll in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) das „High Energy Density Institut“ (HEDI) aufgebaut werden.
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