Foto: Matthias Salm

Insolvenzgeschehen Ost: So ist die Lage

Published On: 20. Oktober 2026Tags: ,

Berlin. Die Pleitewelle reißt auch 2026 viele ostdeutsche Unternehmen mit. Betroffen sind unterschiedlichste Branchen von der Chemieindustrie bis zum Handwerk. Die Lage im Oktober.

Gießereiindustrie: Die Walzengießerei Coswig GmbH steht nach 134 Jahren vor dem Aus. Ende November wird die Produktion eingestellt. Für den insolventen Gießereibetrieb konnte kein Investor gefunden werden. Die rund 170 Beschäftigten haben ihre Kündigungen erhalten. Das Unternehmen stellte Walzen für die Stahlindustrie sowie Gussteile für den Maschinenbau und die Windkraftindustrie her. Bereits im November 2025 wurde  Insolvenz angemeldet. Die Hoffnung auf eine Sanierung oder einen Investors wurde nicht erfüllt. Eine zu  geringe Auslastung des Werkes und gestiegene Material- und Energiekosten waren ausschlaggebend.

Gießereiindustrie: Positive Nachrichten hingegen vom Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf (SHB) in Leipzig. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung kann das Insolvenzverfahren beendet werden. Das Unternehmen schreibe demnach wieder schwarze Zahlen.

Automobilindustrie: Die Krise bei Volkswagen fordert weitere Opfer in Ostdeutschland. So auch den Autozulieferer KmB Technologie in Zerbst. Das Unternehmen musste nach Angaben der Zerbster Stadtverwaltung Insolvenz anmelden.

Automobilindustrie: Vor KmB hatte es bereits den Autozulieferer Bohai Automotive mit rund 550 Beschäftigten in Harzgerode getroffen. Dieser wird zum 31. Januar 2027 geschlossen. Stadt und Landkreis zeigen Interesse an einem Kauf der Bohai-Gebäude.

Handwerk: Bäckereien und Fleischbetriebe sind besonders von der Inslovenzwelle betroffen. In Oschersleben hat nun die Bördefleischwaren GmbH Hadmersleben Insolvenz angemeldet. Sie betriebt elf Fleischerei-Fachgeschäften im Bördekreis, Salzlandkreis, Landkreis Harz sowie in Magdeburg. Konsumzurückhaltung und hohe Energiekosten gelten als Ursache. 

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