Gießereien in Mecklenburg-Vorpommern stehen unter Druck
Schwerin. Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat gestern die Silbitz Group Torgelow GmbH und die Breyden Ueckermünde GmbH besucht. Die Herausforderungen für die Gießereiindustrie sind immens.
Die Branche steht bundesweit unter Druck. Hohe Energie- und Materialkosten, eine schwache Investitionsnachfrage und zunehmende internationale Konkurrenz belasten die Unternehmen. Zugleich erfordert der Umstieg auf energieeffiziente und Co2-arme Produktionsverfahren zusätzliche Investitionen.
Die Gießerei in Torgelow fertigt großdimensionierte, komplexe Gussteile insbesondere für Windenergieanlagen und Großmotoren. Die Silbitz Group ist ein Firmenverbund von vier Giessereien und einem mechanischen Bearbeiter, sowie einem Modell- und Bearbeitungsbereich.
Die Gießerei in Ueckermünde ist auf Produkte für die Automobilindustrie spezialisiert, darunter Komponenten für Fahrzeugbremsen. Breyden Ueckermünde verfügt über mehr als 55 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Präzisionssicherheitsgussteilen aus Sphäroguss für die Pkw-Industrie.
„Die Energiekosten sind für unsere Gießereien eine entscheidende Standortfrage. Deshalb haben wir uns auf Bundesebene erfolgreich für die Einführung eines Industriestrompreises und für niedrigere Netzentgelte eingesetzt“, so Minister Dr. Blank. „Gerade in Mecklenburg-Vorpommern muss es zudem noch besser gelingen, die Vorteile des hier erzeugten erneuerbaren Stroms direkt bei den Unternehmen ankommen zu lassen. Deshalb haben wir über den Bundesrat dafür den Weg geebnet, die regionale Stromnutzung zu erleichtern. Dazu gehört insbesondere, Direktleitungen zu Wind- und Solarparks auch über größere Entfernungen zu ermöglichen. Das kann für energieintensive Unternehmen wie Gießereien ein weiterer wichtiger Baustein für dauerhaft wettbewerbsfähige Stromkosten sein. Ebenso setzen wir uns dafür ein, langfristige Stromlieferverträge besser abzusichern und bestehende Hemmnisse abzubauen“, so Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank
Ein wichtiger Punkt in den Gesprächen vor Ort bildete das Auslaufen der Erprobungsphase des sogenannten „Nutzen statt Abregeln“ nach § 13 Energiewirtschaftsgesetz. „Wir brauchen hier dringend eine praxistaugliche Weiterentwicklung. Es ist schwer vermittelbar, erneuerbaren Strom abzuregeln, während energieintensive Unternehmen gleichzeitig unter hohen Stromkosten leiden. Wo Unternehmen ihren Verbrauch flexibel anpassen und zusätzliche Strommengen aufnehmen können, sollten sie diesen Strom zu günstigen Preisen nutzen können“, so Blank.
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