
Auf Knopfdruck: Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Manja Schüle, und der Wissenschaftlich-Technische Geschäftsführer des IHP, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, nahmen in Cottbus die Research and Innovation Factory AI & Microelectronics in Betrieb.
Forschungsinitiative R+I Factory in Cottbus gestartet
Cottbus. In Cottbus ist die Research and Innovation Factory AI & Microelectronics eröffnet worden, eine langfristig angelegte Struktur für Forschung an Künstlicher Intelligenz und Mikroelektronik. Den Anfang macht AI-DISCO.
AI-DISCO ist das erste bewilligte Modul, das seit Februar 2026 läuft. Sieben Partner aus Forschung und Industrie erforschen darin bis Anfang 2030 eine Plattform für energieeffiziente, verteilte KI-Verarbeitung. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert AI-DISCO mit 15 Millionen Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz; die Federführung liegt beim IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik.
Die Bedeutung des Vorhabens für den Technologiestandort Deutschland ordnet die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, so ein:
„Hier in Cottbus entsteht ein Vorbild für moderne Technologiepolitik. Die Research and Innovation Factory wird langfristig Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz und Mikroelektronik aufbauen – von Industrie 4.0 bis zur Medizin – und damit einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas leisten. Mit ihrem ersten Modul AI-DISCO forscht die Initiative an Möglichkeiten, KI über dezentrale miteinander vernetzte Knotenpunkte zu nutzen statt an Großrechnern.“
Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Manja Schüle, eröffnete die Initiative gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des IHP. Für das Land verbindet sich damit ein Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz:
Was das für den Standort bedeutet, ordnet Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, so ein:
„Mikroelektronik und Künstliche Intelligenz zusammenzubringen, eröffnet Anwendungen, die keine der beiden Disziplinen einzeln erreicht, in der Fertigung, in Edge-Cloud-Systemen, im Chipentwurf selbst. Dafür bündeln wir unsere Kompetenzen in der R+I Factory. Die R+I Factory ist mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung ein wichtiger Beitrag zur weiteren Profilbildung und Sichtbarkeit des Forschungs- und Entwicklungsstandorts Cottbus.“
Konkret erforschen die Partner Edge-Knoten, deren KI-Verarbeitung auf neuromorphen Schaltungen beruht und sich an Erkenntnissen der Neurobiologie orientiert. Dazu kommen Verfahren des föderierten Lernens, bei dem die Cloud die Knoten vortrainiert, statt alle Daten einzusammeln, sowie Fragen der Sicherheit und Ausfallsicherheit verteilter Systeme. Weil die Knoten häufig auf Batterie laufen, ist Energie dabei die knappste Größe.
Erprobt wird das an mehreren Anwendungsfeldern. In Energiesystemen soll räumlich verteilte Sensorik Abweichungen im Betrieb von Wind- und Solaranlagen früher erkennen, ohne dass alle Messdaten in ein Rechenzentrum wandern. Weitere Felder sind Industrie 4.0, Medizintechnik und Landwirtschaft, 6G-Kommunikation sowie Smart City und kritische Infrastruktur.
Für den Standort Cottbus bedeutet die Initiative Zuwachs: Im Rahmen von AI-DISCO kommen mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zwei Forschungseinrichtungen neu hinzu. Die R+I Factory erweitert zugleich das Kooperationsnetzwerk am Lausitz Science Park und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, deren Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande bei der Auftaktveranstaltung sprach.
Am Verbund beteiligt sind das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik als Konsortialführer, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das DFKI – Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, das LIN – Leibniz-Institut für Neurobiologie sowie die Unternehmen ABB und ENERTRAG.
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