Sachsens Unternehmen und der italienische Bahnmarkt
Dresden. Sächsische Unternehmen aus der Bahntechnik und Zulieferbranche suchen ihre Chance im italienischen Bahnsektor. In Rom, Neapel, Florenz und Mailand bekamen sie einen Einblick in den italienischen Markt.
Die Unternehmen präsentierten sich als Zulieferer von Fahrzeugkomponenten insbesondere für Antriebe, Interieur oder Informationstechnik. Die Reise organisierte die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) gemeinsam mit dem Bahntechnikcluster Rail.S, mit Unterstützung der AHK in Mailand.
„Angesichts umfangreicher aktueller und neu geplanter Investitionen ist der Bahnsektor in Italien für sächsische Unternehmen sehr attraktiv. Es besteht ein großer Bedarf an Komponenten und Technologien zur Modernisierung des Schienennetzes und der Fahrzeuge, was sächsischen Zulieferern gute Geschäftschancen bietet“, erklärt WFS-Geschäftsführer Thomas Horn.
Aus Unternehmenssicht ergänzt Günter Sengeis, Head of Sales bei der SBF Spezialleuchten GmbH aus Leipzig: »Das italienische Schienennetz umfasst ca. 17.000 km und davon knapp 1.100 km für über 250 km/h. In den nächsten Jahren steht eine große Infrastruktur-Investitionsoffensive für Schienen und Bahnhöfe an. Dass ermöglicht auch deutschen Unternehmen hier partizipieren zu können. Mit Hitachi und ALSTOM sind auch zwei wichtige OEM`s in Italien mit einer eigenen Fahrzeugproduktion vertreten, welche den Heimatmarkt aber auch Exportmärkte bedienen.“
Auch Christin Lorenz-Knoll, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Rail.S e. V., sieht große Chancen: „Die geplanten Investitionen von rund 100 Milliarden Euro in das italienische Bahn-, Hochgeschwindigkeits- und ÖPNV-Netz eröffnen unseren 115 Mitgliedsunternehmen große Chancen – sowohl im Fahrzeug- als auch im Infrastrukturgeschäft. Rail.S wird die Unternehmen aktiv dabei unterstützen, ihre Kompetenzen im wachsenden italienischen Markt einzubringen. Dabei bauen wir auf die seit mehr als zehn Jahren gelebte Partnerschaft mit dem italienischen Bahntechniknetzwerk DITECFER auf. Gemeinsam gehören wir zu den Gründungsmitgliedern der European Railway Clusters Initiative (ERCI), dem heutigen Metacluster der europäischen Bahnindustrie mit 17 Bahntechnikclustern aus 18 Ländern. Ziel ist es, insbesondere mittelständische Unternehmen bei ihrer Internationalisierung zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund war das gemeinsame Networking-Event in der DITECFER-Geschäftsstelle in Pistoia neben den Firmenbesuchen ein besonderes Highlight der Reise – da es nicht nur vom Kennenlernen, sondern auch vom Wiedersehen langjähriger Partner geprägt war.“
Zu den Highlights der Geschäftsanbahnungsreise zählten exklusive Fachgespräche und Pitch Sessions bei der italienischen Staatsbahn – Ferrovie dello Stato Italiane, ALSTOM Services Italia, Hitachi Rail Italy sowie dem Innovationscluster DITECFER. Betriebsbesichtigungen, etwa im nationalen Leitstand von RFI, bei ALSTOM und in der Wartungswerkstatt von Trenitalia, ermöglichten praxisnahe Einblicke in aktuelle Technologien und Investitionsprojekte.
Vertieft werden die Kontakte zwischen sächsischen und italienischen Unternehmen auf der Weltleitmesse Innotrans, die vom 22. bis 25. September in Berlin stattfinden wird. Dort organisiert die WFS im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums einen SACHSEN!-Gemeinschaftsstand, der die Innovationskraft und Leistungsvielfalt der sächsischen Bahnbranche zeigt.
Die italienische Eisenbahnbranche erlebt derzeit eine Phase dynamischen Wachstums, getragen von umfangreichen öffentlichen und privaten Investitionen. Der strategische Plan 2025–2029 der italienischen Staatsbahn sieht Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro vor, um den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecken, die Modernisierung und Digitalisierung der Infrastruktur sowie die Entwicklung internationaler Verbindungen voranzutreiben. Dazu zählen unter anderem Direktverbindungen von München nach Mailand und von München nach Rom. Relevante Unternehmen auf dem Markt sind u.a. Hitachi, das in Italien verschiedene Modelle für den Fern-, Regional- und Nahverkehr produziert und der Alstom-Konzern, der in seinen italienischen Niederlassungen an Wasserstoffzügen forscht und damit das Potenzial des Landes als Entwicklungsstandort unterstreicht.
Sachsen steht seit mehr als 175 Jahren für Innovationen im Bahnwesen. Seitdem hat sich Sachsen zu einem führenden Bahntechnik-Standort mit gut 250 Unternehmen und ca. 15.400 Beschäftigten entwickelt. Als eines der Top-3-Zentren der Bahnbranche in Deutschland ist Sachsen mit langjähriger und vielfältiger Expertise in der Herstellung, Zulieferung, Ausrüstung sowie bei Ingenieur- und Servicedienstleistungen ein attraktiver Partner.
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