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PCK Raffinerie am Standort Schwedt

Neue Perspektive für den Standort Schwedt

Published On: 29. Januar 2026Tags: , , , , ,

Schwedt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie will das Projekt Concrete Chemicals am Standort des Industrieparks PCK in Schwedt umsetzen. Concrete Chemicals ist ein Projekt zur Herstellung von E-Kerosin.

Concrete Chemicals wird von den Unternehmen ENERTRAG und Zaffra getragen. Dabei wird aus abgeschiedenem biogenen CO₂ und grünem Wasserstoff, der aus der Elektrolyse verstromter Windkraft gewonnen wird, zunächst ein Synthesegas produziert. Dieses Synthesegas wird mittels Fischer-Tropsch-Verfahren in synthetische grüne Kohlenwasserstoffe umgewandelt, die zentraler Bestandteil von E-Kerosin sind.

Concrete Chemicals wurde als Wasserstoffprojekt im Rahmen der „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) ausgewählt und im Dezember 2024 durch die Europäische Kommission genehmigt. Die dafür nötige Investition in Höhe von 494 Millionen Euro wird vom Bund mit 245 Millionen Euro und vom Land Brandenburg mit 104 Millionen Euro gefördert.

Daniel Keller, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg, kommentierte die Entscheidung: „Für Brandenburg gibt es heute zwei gute Nachrichten: Erstens kann das wichtige Wasserstoffprojekt Concrete Chemicals nun starten. Damit fördern wir die industrielle Produktion von synthetischen Flugkraftstoffen und einen klimaschonenden Flugverkehr. Brandenburg bleibt so ein Vorreiter der Energiewende. Zugleich zeigen ENERTRAG und Zaffra, welches industrielle Potential in der Wasserstoffwirtschaft liegt. Zweitens kann sich hier für die PCK-Raffinerie ein Tor in die Zukunft öffnen. Denn der neue Standort im Industriepark PCK in Schwedt bietet alle Möglichkeiten, um eine industrielle Erfolgsgeschichte für die Projektpartner und für die PCK-Raffinerie zu schreiben.“

Concrete Chemicals stellt synthetisches Kerosin im Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) her. Der Prozess nutzt biogenes CO und erneuerbaren Wasserstoff. Für den Bezug von lokalem CO plant das Konsortium eine Kooperation mit der LEIPA Georg Leinfelder GmbH, einem führenden Hersteller von Papier- und Kartonprodukten auf Basis von Altpapier in Schwedt. Die PtL-Anlage ist für mehr als 37.000 Tonnen Kapazität pro Jahr (30.000 Tonnen e-SAF und 7.000 Tonnen e-Naphtha) ausgelegt, was mindestens 100.000 Tonnen fossiles CO in der Luftfahrt einspart.

„Wir zeigen, dass die Energiewende nicht bei Strom endet. Sie hebt jetzt ab“, sagt Dr. Gunar Hering, CEO bei ENERTRAG. „Unsere Expertise in Erneuerbaren Energien ermöglicht den kosteneffizienten Einsatz von grünem Wasserstoff für die Flugkraftstoffe der Zukunft.“ Die technische Planungsphase beginnt unmittelbar. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird bis 2027 angestrebt. Die Produktion soll die Beimischungsquoten ab 2030 unterstützen.

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