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Kompetenzzentrum für das Recycling von Batterien

Senftenberg. Die Lausitz wird zum Hotspot für die Batteriewirtschaft von morgen: Das Verbundprojekt „HERES – BTU-Kompetenzzentrum Hochtechnologie- und Energiematerialien und deren Recycling Senftenberg“ startet. 

Damit gründet die BTU Cottbus-Senftenberg eine im ostdeutschen Raum einzigartige Forschungsplattform für das nachhaltige Recycling technologisch essenzieller Materialien.

Bis Februar 2030 entsteht an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ein leistungsstarkes Kompetenzzentrum, das Forschung, Industrie und Strukturwandel strategisch verbindet – und Brandenburg als eine Schlüsselregion der europäischen Kreislaufwirtschaft positioniert. Das Verbundprojekt HERES wird mit einer Summe von rund 13,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle freut sich: „Mit dem Kompetenzzentrum HERES an der BTU Cottbus-Senftenberg entsteht eine Forschungsplattform, die die Lausitz als Schlüsselregion der europäischen Kreislaufwirtschaft positioniert.“

Lithium-Ionen-Batterien sind in unserer modernen Welt zu allgegenwärtigen und mittlerweile unverzichtbaren Bestandteilen unseres Lebens geworden, angefangen bei Smartphones, Laptops, Elektrowerkzeugen, E-Bikes bis hin zu E-Autos und stationären Energiespeichern. Gleichzeitig stehen wir in der Verantwortung, die in den Lithium-Ionen-Batterien enthaltenen kritischen und wertvollen Rohstoffe nicht nur ressourcenschonend einzusetzen, sondern auch zurückzugewinnen und einer erneuten Nutzung zugänglich zu machen. Innovative Recyclingstrategien sind der Schlüssel für die Zukunft, um hohe Recyclingquoten zu erzielen und zugleich die Rohstoffsouveränität langfristig zu sichern.

Hier setzt HERES an: Das Kompetenzzentrum entwickelt in der ersten Förderperiode neue Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Recyclings von Lithium-Ionen-Batterien – von der Rückgewinnung der Materialien, über deren Prozessierung und Weiterverarbeitung bis zu den verschiedenen Möglichkeiten der Wiederverwendung. Ziel ist es, geschlossene Stoffkreisläufe zu etablieren und kritische Rohstoffabhängigkeiten deutlich zu reduzieren.

Projektleiter Jörg Acker, Professor für Physikalische Chemie an der BTU, betont: „Wir schaffen in Senftenberg eine innovative und ganzheitliche Forschungsinfrastruktur für die Rückgewinnung, die Aufarbeitung und den Wiedereinsatz von unterschiedlichsten Batteriematerialien und werden insbesondere die neuesten Entwicklungen der Batterietechnologien fortlaufend einbeziehen.“

Das Projekt vereint Expertise aus Chemie, Verfahrenstechnik und Analytik:

  • Prof. Dr. Jörg Acker, BTU Cottbus-Senftenberg, Fachgebiet Physikalische Chemie
  • Prof. Dr. Jens Riedel, BTU Cottbus-Senftenberg, Fachgebiet Spektrochemische Analytik, sowie Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin
  • Prof. Dr. Harvey Arellano-Garcia, BTU Cottbus-Senftenberg, Fachgebiet Prozess- und Anlagentechnik

Als assoziierter Partner bringt das Netzwerk „ReLioS – Netzwerk zur Regionalisierung der Kreislaufwirtschaft für Lithium-Ionen Batteriesysteme und zukünftige Technologien“ Industrie und Forschung in direkten Austausch. Damit wird das Zentrum zu einem zentralen Baustein im Innovationskorridor Berlin-Lausitz.

HERES verfolgt ambitionierte wissenschaftliche und technologische Ziele:

  • Hochwertige Batteriematerialien zurückgewinnen: Demontage der Zellen, Zerkleinerung, thermische Behandlung und Trennung, Nachprozessierung zur Verbesserung von Reinheit und Materialqualität.
  • Neue Recyclingtechnologien entwickeln: Weiterentwicklung mechanischer und hydrometallurgischer Prozesse, alternative Verfahrensansätze, optimierte Trennverfahren, auch unter Einbezug von Nebenstoffströmen.
  • Analytik der nächsten Generation etablieren: Entwicklung schneller, präziser und automatisierbarer Analyseverfahren – auch für analytisch schwierige und verfahrenskritische Elemente.
  • Digitalisierung & Self-Driving Lab: Einführung datengetriebener Prozessüberwachung und KI-gestützter Optimierung hydrometallurgischer Verfahren.
  • Regionale Innovationsplattform schaffen: Dauerhafte wissenschaftliche Infrastruktur für Unternehmen der Region

Das Kompetenzzentrum soll dazu beitragen, Europa unabhängiger von kritischen Rohstoffimporten zu machen – und gleichzeitig neue industrielle Perspektiven für die Lausitz eröffnen.

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