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v.l.n.r.: Dr.-Ing. Alexander Kahnt, Staatsminister Dirk Panter und Dr.-Ing. Matthias Tietze

Aufbau des weltweit ersten Carbonbetonwerks in Sachsen

Published On: 3. April 2026Tags: , , , , ,

Leipzig. Mit der „C-Factory“ beginnt in Sachsen ein Zukunftsprojekt für klimafreundliches Bauen. Ziel ist der Aufbau des weltweit ersten Carbonbetonwerks zur vollautomatisierten Herstellung CO₂-speichernder Carbonbeton-Bauteile. 

Nachdem die Carbonbetonbauweise in den vergangenen zwei Jahrzehnten intensiv erforscht und in ersten Bauprojekten erprobt wurde, folgt nun mit der C-Factory der entscheidende Schritt: die Überführung der Technologie in eine industrielle, skalierbare Produktion und damit damit in marktfähige Anwendungen. Das Forschungs- und Transferzentrum der HTWK Leipzig unterstützt die industrielle Skalierung der innovativen Carbonbetontechnologie.

Das Verbundvorhaben wird im Rahmen der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit rund 14 Millionen Euro gefördert und läuft bis Ende 2029.

Initiiert und koordiniert wird das Projekt von der Kahnt & Tietze GmbH aus Leipzig. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft entsteht ein interdisziplinäres Konsortium, dem unter anderem die Betonwerk Oschatz GmbH, die SCHWENK Zement GmbH & Co. KG, die Prilhofer Consulting GmbH & Co. KG, die ABS Storkow GmbH, das Forschungs- und Transferzentrum Leipzig e. V. der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sowie die Technische Universität Dresden angehören.

Die Herstellung, Errichtung, Modernisierung und der Betrieb von Wohn- und Nichtwohngebäuden ist in Deutschland für 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Carbonbeton ermöglicht deutlich schlankere, leichtere und dauerhaftere Bauteile als der klassische Stahlbetonbau. Da Carbon nicht korrodiert und damit die Betondeckung deutlich reduziert werden kann, sinken die benötigten Mengen an Zement, Kies und Sand erheblich. In Summe lassen sich damit heute bereits bis zu 80 Prozent an Ressourcen einsparen.

In Kombination mit CO₂-mineralisierten Zuschlägen und zusätzlichen CO₂-speichernden Materialien werden Bauteile in der C-Factory künftig sogar zum Kohlenstoffspeicher.

Die Carbonbetonbauweise wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten intensiv erforscht und in ersten Bauprojekten erfolgreich erprobt – unter anderem im Carbon Concrete CUBE in Dresden, dem weltweit ersten Gebäude aus Carbonbeton. Die dort eingesetzten automatisierten Fertigungsprozesse wurden im Carbonbetontechnikum Deutschland am FTZ der HTWK Leipzig entwickelt und erprobt. Mit der C-Factory folgt nun der entscheidende Schritt: die Überführung dieser Technologie in eine industrielle, skalierbare Produktion.

Mit dem Aufbau der C-Factory wird die Entwicklung der ersten prototypischen, vollautomatisierten Fertigungsstrecke für Carbonbetonbauteile im Großformat sowie erstmals die Integration von CO₂-speichernden Baustoffen realisiert.

In den kommenden vier Jahren wird die Pilotanlage in Leipzig aufgebaut, in Betrieb genommen und verschiedene Demonstrationsbauteile gefertigt. Sie dient als Referenz für zukünftige Carbonbetonwerke und als Grundlage für die industrielle Skalierung einer klimafreundlichen Bauweise. Die in der C-Factory entwickelten Bauteile und Produktionsverfahren sind dabei auf unterschiedliche Standorte übertragbar.

Die HTWK Leipzig beteiligt sich mit ihrem Forschungs- und Transferzentrum (FTZ) am Aufbau der C-Factory. Bereits seit 2014 – mit Bewilligung der Forschungsinitiative Carbon Concrete Composite, kurz C3 – entwickelten Forschende in zahlreichen Einzelvorhaben die Carbonbetonbauweise. Mit Eröffnung des zur Hochschule gehörenden Carbonbetontechnikums Deutschland im Jahr 2022 konnten Forschende Fertigungsprozesse für die neuen Bauteile konzipieren und erproben. Im Carbonbetontechnikum Deutschland arbeiten Mitarbeitende des Instituts für Betonbau unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Holschemacher interdisziplinär mit dem Institut für Prozessautomation und eingebettete Systeme unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Tilo Heimbold zusammen.

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